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Bewohner erzählen
Elisabeth Pätzold macht sofort einen sehr sympathischen Eindruck und strahlt eine angenehme Ruhe aus. Zu unserem Interview erscheint sie alleine, jedoch lebt sie gemeinsam mit ihrem Mann in der Pro Seniore Residenz Friedländer Weg. „Mein Mann ist bettlägerig“, erzählt sie uns, „er hatte mehrere Schlaganfälle und ist auf dem rechten Auge blind“. Herr Pätzold ist vollständig auf Hilfe angewiesen, er kann sich nur sehr eingeschränkt bewegen und auch nicht mehr alleine essen. Aber Elisabeth Pätzold kümmert sich liebevoll um ihren Mann – für sie ist das eine Selbstverständlichkeit. Ihre Mutter war Krankenschwester, von ihr hat die gelernte Köchin bereits seit dem Kindesalter viel über die Pflege erfahren dürfen. Nach ihrer Ausbildung arbeitete sie dann lange Zeit in der Küche eines Lazaretts, wo sie ebenfalls viel mit kranken Menschen in Berührung kam.
Die Pätzolds leben seit knapp drei Jahren in der Pro Seniore Residenz. Zu Anfang war Herr Pätzold noch fit genug, um gemeinsam mit seiner Frau verschiedenen Aktivitäten im Haus nachzugehen und auch Veranstaltungen zu besuchen. Wie Frau Pätzold uns erklärt, hielt das aber nicht lange so an: „Es passierte schnell, dass plötzlich nichts mehr ging“. Heute verbringt die Seniorin ihre Tage am liebsten auf dem Pflegezimmer – bei ihrem Mann. Es ist ihr Wunsch, so viel Zeit wie möglich mit ihm zu teilen und für ihn da zu sein.
Langeweile kennt Elisabeth Pätzold aber nicht. Sie mag es gerne, sich auf dem Zimmer zu beschäftigen. „Ich lese viel und male auch sehr viel. Ich mag Malbücher sehr gerne, da habe ich mir auch zu Weihnachten wieder eines gewünscht“, verrät sie uns, „ich habe immer etwas zu tun.“ Und auch um die anderen Bewohner kümmert sich die empathische Rentnerin immer gerne und pflegt verschiedene Alltagsroutinen: „Abends gehe ich auch immer zu Herrn Kurz, der sitzt da unten, da sage ich immer: Gute Nacht und schlafen Sie schön.“ Für Elisabeth Pätzold sind die Bewohner wie eine Familie geworden: „Ich fühle mich nicht wie in einer Seniorenresidenz. Ich fühle mich hier zu Hause.“
Ich habe hier viele Leute kennengelernt, mit denen ich mich gut verstehe.
OTTILDE BÖNISCH
Als Ottilde Bönisch zu unserem Interview-Termin kommt, fällt uns sofort ihre offeneund fröhliche Art auf. Mit ihrem herzlichen Lächeln sorgt sie für eine warme Atmosphäre, in der man sich direkt wohlfühlt. Dann beginnt sie zu erzählen und es wird schnell deutlich: Ihre Mitmenschen liegen Frau Bönisch sehr am Herzen. In den ersten fünf Minuten des Interviews spricht die Rentnerin fast ausschließlich von den anderen Bewohnern und wie diese ihr Leben in der Pro Seniore Residenz Friedländer Weg verbringen.
Umso weniger verwundert es uns, dass sie sich auch im Heimbeirat einbringt und ehrenamtlich um die Belange anderer kümmert.
In ihrer Familie musste Ottilde Bönisch schon mehrere Schicksalsschläge erleben. Ihr Mann und ihre jüngste Schwester starben beide sehr früh. Umso dankbarer ist Frau Bönisch,
dass sie immer noch fit ist, vor allem geistig: „Ich sage immer: Gott sei Dank, dass mein Kopf noch in Ordnung ist, das ist das Allerwichtigste im Alter.“
Anderthalb Jahre nach ihrem Einzug hat sich die empathische Seniorin längst in der Pro Seniore Residenz eingelebt: „Natürlich war der Schritt, in eine Seniorenresidenz zu gehen, nicht einfach. Aber da wusste ich auch noch nicht, wie schön es hier ist. Ich mache wirklich ganz viel. Wenn Gruppen sind und so, es wird ja gebastelt und wir kochen mitunter. Das mache ich alles mit.“ Den Rest ihrer Freizeit kümmert sich die gelernte Gärtnerin gerne um die Pflanzen in ihrem Zimmer und liest viel. „Im August, als ich Geburtstag hatte, habe ich acht Bücher geschenkt bekommen. Sowohl von meinen Verwandten als auch von befreundeten Bewohnern. Und die habe ich auch fast alle schon gelesen“, sie lacht. Ottilde Bönisch legt auch Wert darauf, sich noch so gut es geht selbst um alles zu kümmern: „Ich halte mein Zimmer gerne in Ordnung und sorge dafür, dass alles schön aussieht. Das ist mir wichtig.“
Die Rentnerin ist sehr zufrieden und lebt gerne in der Pro Seniore Residenz. „Ich habe ein schönes Zimmer und liebe Nachbarn. Und ich habe hier auch viele Leute kennengelernt, mit denen ich mich gut verstehe“, erzählt sie uns.
